Nach mir die Sinnflut! - Ein vorweihnachtlicher Blick auf die Krone der Schöpfung

Liebe Leser,
nachdem ich nun schon häufiger über das Thema Hund geschrieben habe, möchte ich heute einmal etwas über die grundsätzliche Einstellung des Menschen zu seiner Umwelt schreiben. 

Ich frage mich: Warum muss der Mensch schon fast zwanghaft alles besitzen, verändern oder kontrollieren wollen? Ist unsere Umwelt so schlimm oder hässlich, dass wir sie kaum ertragen können? - Da werden von uns Flüsse begradigt, Bäume abgeholzt, ganze Uferstücke einbetoniert, Tiere umgesiedelt oder auch nach völlig sinnfreien Vorgaben gezüchtet. Wie z.B. Wellensittiche. Die gibt es mittlerweile in blau, weiß oder gelb, weil die „Krone der Schöpfung“, die Menschen, das immer nur grüngelbe Gefieder, welches natürlich ist, langweilt? 

Oder warum den Wolf einfach Wolf sein lassen. Da wird über viele Jahre und Generationen fleißig Inzest betrieben, damit aus dem „ollen Wolf“ mal endlich „was vernünftiges“ wird. Ein Hund. Ein Hund, der sich dann dank unserer Einmischung nun an den unterschiedlichsten Krankheiten erfreuen darf.
Links "der olle Wolf", und rechts... "was Vernünftiges"?
Foto links: © Saskia Wend/pixelio.de
Foto rechts: © Andrea Brunner  / pixelio.de



Da wird den Schweinen so viel Fleisch angezüchtet, dass ihre Knochen es kaum tragen können und die Gelenke schmerzen. Nur damit wir noch mehr Lebensmittel wegwerfen können, als wir es ohnehin schon tun? Warum??? 
"Schwein gehabt"??? Allein in Deutschland werden jährlich ca. 11 Millionen Tonnen (Stand 2011) Lebensmittel weggeworfen! Ob das die rund 12 Millionen (Stand 2011) Mastschweine in Deutschland freut?
Foto links: © wobigrafie/pixelio.de
Foto rechts: ©Schnappschuss/pixelio.de


Viele sagen: weil wir das machen müssen. 


Schließlich könne sich die Natur doch an dem Menschen orientieren und nicht andersherum. Und wenn das nicht geht, helfen wir eben nach. Egal was daraus wird, egal wer am Ende für unsere Ignoranz und Arroganz den Preis bezahlen muss. Denn weit im Voraus denken, ist nicht so unsere Stärke. Aber nicht nur die Tierwelt bezahlt für unsere Ignoranz. Ein besonders „schönes“ Beispiel für unsere Gleichgültigkeit: die diesjährige Jahrhundertflut. Mittlerweile haben wir ja alle paar Jahre eine Jahrhundertflut. Warum? Weil die Natur uns nicht leiden kann? Oder vielleicht doch, weil wir Menschen nicht im Einklang mit ihr leben können? Nun, Letzteres wäre auch viel verlangt, schließlich können viele von uns ja nicht einmal mit dem eigenen Nachbarn in Einklang leben, wie soll das erst mit der Natur funktionieren. Jedenfalls baut da ein Bundesland seinen Hochwasserschutz so aus, dass das nächste bald komplett untergehen muss. Hatte aber beim Bau niemanden interessiert. Erst als allen das Wasser buchstäblich bis zum Hals stand, hat man mal kurz darüber gesprochen, dass man sich doch besser abstimmen müsste. Und genau so gehen wir auch mit allem anderen um. 
"Nach mir die Sinnflut!" Apropos "Sinn"...
Fotos: © Rainer Sturm/pixelio.de



Offensichtlich ist kaum jemand in der Lage abzuwägen, was langfristig Sinn macht und was nicht. 


Erst wenn es zu spät ist, kommt uns mal kurz ein Geistesblitz. Was aber nicht bedeutet, dass wir dann auch danach handeln. Aus irgendwelchen Gründen sind wir nicht mehr in der Lage, in Harmonie zu leben. Hunderttausende Stadtmenschen stopfen ihren Lebensraum mit Hunden und Katzen voll, können aber die Wildtiere, die dort schon länger als sie selbst leben, wie z.B. Tauben, nicht ertragen. Hingegen kommt so mancher Landmensch mit Wildtieren gut aus, steckt dafür aber Hunde in Zwinger und kastriert seine Katzen nicht. Wer von uns kennt denn noch den „richtigen Weg“? Den Weg, der uns alle zufrieden und glücklich macht. Die, die uns führen? Wenn ich mir Politiker ansehe, sehe ich oft Menschen, die nicht einmal für sich selbst das richtige Maß kennen. Ob im körperlichen Sinne oder auch, was ihren Geldbeutel betrifft. Wie soll ich darauf vertrauen, dass so jemand unsere Zukunft in Einklang bringen kann, wenn er sie ganz offensichtlich selbst nicht einmal versteht? Ich habe den Eindruck, der Mensch lebt nicht in der Realität sondern in einem Paralleluniversum. 



Vorbilder? - Na vielleicht irgendwo in einem Paralleluniversum...
Foto links: © Rainer Sturm/pixelio.de
Foto rechts: ©
Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de

Wir halten uns für so klug und überlegen; aber mir ist kein Lebewesen auf diesem Planeten bekannt, das so schnell den Ast absägt, auf dem es sitzt, wie der Mensch es tut! 


Deshalb nutzt doch auch ihr mal die Weihnachtszeit zum Umdenken. Es ist für die meisten die entspannteste Zeit im Jahr und an den Weihnachtstagen wird in der Regel auch harmonisch miteinander umgegangen. Und ein schöner Neujahrsvorsatz wäre doch: versucht diesen harmonischen Umgang doch mal das ganze Jahr und auch außerhalb der eigenen Familie, also mit der kompletten Umwelt, beizubehalten. Das macht das Leben so viel wertvoller. Warum sollten wir, die Krone der Schöpfung, das denn nicht können? Habt Respekt vor dem Leben, dem eigenen und denen der anderen. Nur so kann man Elend, Leid und Schmerz verhindern. In der Menschen- wie auch in der Tierwelt. 

Ich wünsche euch allen ein erkenntnisreiches und besinnliches Fest. 

Weihnachten... So wie immer.
Foto links: ©  Kurt F. Domnik  / pixelio.de
Foto rechts: © S. Hofschlaeger/pixelio.de





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