Mach´ die Mücke, Moskito!

Foto: © Frank Hollenbach/pixelio.de
Wer kennt das nicht: Es ist Sommer, die Nächte sind warm, man könnte stundenlang draußen sitzen und die Abendluft genießen – wären da nicht diese zahllosen Mücken, die uns erbarmungslos zu Leibe rücken und selbst überzeugte Tierschützer zu Mördern werden lassen. 

Mal wieder die Frauen …

Es ist unglaublich aber wahr – nur die weiblichen Mücken stechen und saugen Blut. Männliche Mücken besitzen keinen Stechrüssel und ernähren sich von Nektar und Pflanzensaft. Die Weibchen benötigen jedoch die energiereichen Eiweiße (Proteine) aus dem Blut von Säugetieren und Vögeln für die Bildung und Ablage ihrer Eier – also Blut für die Brut!

Wieso gerade ich? 

Licht ausschalten und ruhig verhalten nützt gar nichts, denn Mücken reagieren vorrangig auf Gerüche. Sind sie erst einmal von unserem ausgeatmeten Kohlendioxid (CO2) angelockt entscheiden Stechmücken, wen sie letztendlich „anbohren“ vorrangig anhand der individuellen Körperwärme und des Geruchs. Was uns auf Distanz zum Nachbarn gehen lässt finden Mücken anziehend. Zum Beispiel Käsefüße und starken Schweißgeruch. Wer viel von dem körpereigenen Botenstoff 4-Methyl-Phenol mit seinem Schweiß absondert hat besonders Pech, den dieser Stoff zieht erwiesenermaßen Mücken magisch an. Dagegen ist die Geschichte vom „süßen Blut“ kompletter Nonsens.

Na dann Prost...
Ilustration: Sigrid Roßmann/pixelio.de

Nach dem Anstich spritzt die Mücke ein gerinnungshemmendes Speichelsekret in die Haut, denn sie muss das Blut ja durch ihren kleinen Rüssel ansaugen können. Während sie genüsslich trinkt produziert unser Körper als Antwort auf dieses Sekret das Gewebshormon Histamin, welches innerhalb weniger Minuten eine allergische Reaktion mit Schwellung, Rötung und Juckreiz verursacht.

Was hilft? 

Unsere erste Reaktion auf einen Mückenstich: Wir kratzen. Was anfangs scheinbar lindernd wirkt, verstärkt jedoch die allergische Reaktion und kann durch das Einbringen von Schmutz in die Wunde zu Infektionen führen. Außerdem sieht eine blutig gekratzte Wade nicht schön aus. Also besser Zusammenreißen und gleich ein Gel mit Antihistaminika (gibt´s in der Apotheke) auf den Stich auftragen. Kälte (z.B. Eiswürfel, kaltes Wasser) tut gut und hilft, da sich hierdurch die Blutgefäße verengen und die Leitungsfähigkeit der Nerven gehemmt wird. Auch eine angeschnittene Zwiebel, Zitronensaft oder einfach unsere Spucke sollen die Entzündungsreaktion mindern. 

Wie komme ich ungeschoren davon?

  • Helle, lockere Kleidung tragen! Mücken lassen sich Studien zufolge lieber auf dunklen Flächen nieder. Polyesterstoffe finde die kleinen Plagegeister übrigens nicht so anziehend wie Baumwolle… Synthetische Kleidung hat allerdings auch Nachteile – zum Bespiel saugt sie den Schweiß nicht auf.
  • Diverse chemische Mittel können Mücken für eine Weile fernhalten – können aber ihrerseits allergische Reaktionen auslösen.
  • Moskito-Netze aufspannen, und die Mücken müssen draußen bleiben!
  • Leider macht Regen Mücken nichts aus. Nebel schon, da er ihr Orientierungssystem lahm legt. Also auf Nebel warten :-)