Veterinäramt Teltow-Fläming ordnet Rückgabe der illegal aus Polen eingeführten Spitze an

Am Tag der Herausgabe ging es zwei der Spitzwelpen besonders schlecht.
Foto: © aktion tier Zossen

Am vergangenen Montag hat das Veterinäramt Teltow-Fläming die Herausgabe der einige Tage vorher vom Zoll aufgegriffenen, illegal aus Polen importierten sieben Spitze angeordnet. Die weder gechippten noch gegen Tollwut geimpften und außerdem kranken Tiere waren vom gleichen Veterinäramt eingezogen und in unserem Tierheim in Zossen untergebracht worden. 

Entsprechend geschockt waren unsere Mitarbeiter, als die Anweisung kam, die Hunde wieder herauszugeben. Wir hatten das Amt im Vorfeld in einem Fax sehr deutlich darauf hingewiesen, dass wir die Vorgehensweise für rechtswidrig halten. Ungeachtet dessen hat die am Montag im Tierheim anwesende Vertreterin des Veterinäramtes Teltow Fläming die Spitze an den angeblichen Lebensgefährten der angeblichen Besitzerin übergeben, mit der Anweisung, diese zurück nach Polen zu bringen. Ob der Mann dieser Aufforderung gefolgt ist, wurde nicht kontrolliert. Vielleicht hat er die ungeimpften, kranken Vierbeiner inzwischen in Deutschland verkauft.


In diesem Transporter waren die Welpen nach Deutschland gebracht worden.
Foto: © aktion tier Zossen
Das Vorgehen des Veterinäramtes ist unserer Meinung nach wie eine Einladung an alle kriminellen Hundehändler. Denn selbst wenn diese bei einem Transport erwischt werden, drohen ihnen zumindest im Landkreis Teltow-Fläming keine rechtlichen Konsequenzen. Man zahlt für die Unterbringung und Versorgung der Hunde ein im Vergleich zum Wert der Tiere geringes Entgeld und zieht mitsamt der Ware seiner Wege. Diese wurde in unserem Fall mit behördlicher Unterstützung auch noch legalisiert. Denn das Veterinäramt Teltow Fläming hatte angeordnet, alle Spitze vor der Rückgabe zu chippen und mit einem EU-Heimtierpass auszustatten.

Wir fragen uns, warum die Tiere überhaupt eingezogen wurden. Begründet hatte das Amt die Wegnahme mit Verstößen gegen tierschutz- und seuchenrechtliche Vorgaben. An diesen Gründen hatte sich bis zur angeordneten Herausgabe jedoch nichts geändert. Die Hunde hatten immer noch keinen wirksamen Tollwutschutz und waren immer noch krank. Sie litten an Giardien, einem Darmparasit, der schlimmen Durchfall verursacht, und an Bindehautentzündung. Am Tag der Herausgabe ging es zwei der Spitzwelpen besonders schlecht. Unsere Tierärztin machte die anwesende Veterinärin bei einer Begutachtung der Tiere auf diesen Umstand aufmerksam - ohne Erfolg.

Werden Hunde ohne wirksamen Impfschutz gegen Tollwut nach Deutschland eingeführt und aufgegriffen, gibt es zwei Möglichkeiten, wie die Behörden reagieren können. Entweder werden die Tiere eingeschläfert, was zum Glück äußerst selten verfügt wird. Oder es wird eine Quarantäne angeordnet, bis die Vierbeiner geimpft und der Schutz nach mindestens 21 Tagen wirksam ist. Hunde, die vom Zoll an der Grenze bei der versuchten illegalen Einreise entdeckt werden, können zurückgeschickt werden. Sind sie erst einmal im Land, ist dies jedoch keine Option mehr.

Die Spitze im Tierheim 'aktion tier Zossen'. Foto: © aktion tier Zossen
Der Verein der Tierfreunde Schützende Hand e.V. prüft nun, welche rechtlichen Schritte gegen das Veterinäramt unternommen werden können. Eine weitere Zusammenarbeit mit dem Amt Teltow Fläming halten wir indes für unmöglich. Schließlich möchten wir keine Erfüllungsgehilfen sein, die das Veterinäramt dabei unterstützen, unseres Erachtens rechtswidrige Zustände zu legalisieren.
 
aktion tier– Zossen ist ein Gemeinschaftsprojekt von aktion tier- menschen für tiere e.V. und dem Verein der Tierfreunde „Schützende Hand e.V.“.
 
Weitere Informationen bei:
Diplom-Biologin Ursula Bauer (Vorstandsvorsitzende des Vereines der Tierfreunde Schützende Hand)
Tel.: +49 30 30 10 38 31

Plastikmüll gefährdet unsere Umwelt

Plastik tötet! Fotos: © Ursula Bauer

 Wir sollten unsere Umwelt schützen und erhalten -
denn wir sind ein Teil davon! Fotos: © Ursula Bauer
Haufenweise Plastikmüll am Strand.
Fotos: © Ursula Bauer
Ein Tag am Meer könnte eigentlich schön und unbeschwert sein. Das Schaukeln der Wellen, Möwen, die sich schreiend um Futter streiten, die Luft riecht frisch nach Salz und Tang. Gute Voraussetzungen zum „Seele-baumeln-lassen“. Wäre da nicht der Müll am Strand. Schnüre, Plastikflaschen, Verschlüsse, Dosen, Glasscherben … hat man sich erst einmal auf den ganzen Unrat konzentriert, ist die Erholung schnell dahin. Nicht nur, dass sich die vielen Lach- und Silbermöwen, die am Strand herumlaufen, jederzeit in den Schnüren verfangen oder an scharfen Müllteilen verletzen können. Im seichten Wasser treibt auch noch eine tote Silbermöwe neben einer Plastiktüte. Ein junger Vogel, das erkennt man am bräunlichen Gefieder.

Dabei ist die weltweite Verschmutzung unserer Flüsse, Seen und Meere durch Kunststoffmüll mittlerweile weitaus größer, als es die deutlich sichtbaren Abfallteile aus Kunststoff vermuten lassen. Zur zunehmenden Belastung der Gewässer werden nämlich die nicht löslichen, klitzekleinen Kunststoffpartikel, auch Mikroplastik genannt (Durchmesser kleiner als 5mm). Mikroplastik entsteht einerseits, wenn sich größere Plastikteile zum Beispiel durch Sonne, Wind und Wellenbewegung zersetzen. Zum anderen wird Mikroplastik in Putzmitteln und Kosmetikprodukten beispielsweise als Füllstoff, Bindemittel, Glanzverstärker oder Schleifmittel (Peelings) verwendet. Mit dem Abwasser gelangen die Kunststoffteilchen dann in die Gewässer.

Kunststoffe werden in der Natur nicht abgebaut. Sie zerfallen im Laufe der Zeit in immer kleinere Partikel, aber sie verschwinden nicht. Mittlerweile ist Mikroplastik in allen Arten von Binnengewässern und in allen Meeren zu finden. Es wird von den Wasserlebewesen (z.B. Muscheln, Wasserflöhe, Würmer, Fische) entweder mit dem Wasser oder über die Nahrung aufgenommen. Oft werden die Kunststoffteilchen auch mit Futter verwechselt und gezielt gefressen. Entsprechend der Nahrungskette reichert sich Mikroplastik zum Beispiel in größeren Raubfischen an, die sich von Fischen und Muscheln ernähren. So gelangt es schließlich auf unsere Teller und in unsere Körper. Inzwischen wurde Mikroplastik auch an Land in den Böden festgestellt, was zusätzlich Grund zum Handeln gibt. Dass Müll nicht in der Natur zurücklassen wird, sollte selbstverständlich sein.

Außerdem sollten wir nicht darauf warten, dass Kunststoffe in Kosmetika irgendwann einmal verboten werden, sondern schon jetzt bewusst einkaufen und auf derartige Produkte verzichten. Zum Beispiel sind vor allem in Peelings, Waschlotionen und Cremes häufig die Kunststoffe Acrylates Crosspolymer (ACS) und Polyethylen (PE) enthalten. In Duschgels und Flüssigseifen ist ferner Acrylates Copolymer (AC) ein weit verbreiteter Inhaltstoff. Entweder wirft man einen Blick auf das Etikett oder kauft gleich zertifizierte Naturkosmetik, die garantiert keine Kunststoffe wie Plastik und Silikone enthält.

Kunststoff kann an vielen anderen Stellen im Alltag vermieden werden. Etwa, indem man Stoffbeutel statt Plastiktüten für den Einkauf verwendet. Auch synthetische Kleidung zum Beispiel aus Elasthan oder Polyester ist bedenklich, da bei jedem Waschen etliche Kunststofffasern verloren gehen und mit dem Abwasser in die Gewässer gelangen.

Wir sollten unsere Umwelt schützen und erhalten - denn wir sind ein Teil davon!

Eichen im Herbst können für Pferde gefährlich sein

Foto: © aktion tier e.V.
Viele Pferdebesitzer wissen es gar nicht: Sowohl Eichenblätter als auch die Eicheln selbst enthalten einen Stoff, der schwerste Vergiftungen bei Pferden auslösen kann. Pferdebesitzer müssen im Herbst daher unbedingt darauf achten, dass ihre Pferde weder Eicheln noch das Laub von Eichen fressen, dann steht Ausritten im goldenen Herbst nichts im Wege.

Mehr Infos dazu: https://www.aktiontier.org/presse/pressemitteilungen/artikel/datum/2015/11/eichen-im-herbst-gefaehrlich-fuer-pferde/

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